Beleuchtung am Arbeitsplatz Vorschriften verständlich erklärt
Die Vorschriften zur Beleuchtung am Arbeitsplatz sorgen dafür, dass du gesund und produktiv arbeiten kannst. Sie definieren klare Mindestanforderungen für Helligkeit, Blendungsfreiheit und Lichtqualität. Diese Anforderungen schützen deine Augen vor Überlastung im Büro und im Homeoffice.
Die wichtigsten Beleuchtungsvorschriften direkt erklärt
Gute Beleuchtung am Arbeitsplatz ist gesetzlich geregelt. Die Vorschriften dienen dem Schutz deiner Gesundheit und Sicherheit. Das hat einen praktischen Hintergrund: Sie sollen Augenbelastung, Ermüdung und Unfälle durch schlechte Sicht verhindern. Eine korrekte Ausleuchtung fördert nachweislich die Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden.

Der rechtliche Rahmen dafür ist klar strukturiert. Er gibt Arbeitgebern konkrete Vorgaben. Diese Regeln sind keine Empfehlungen, sondern verbindliche Anforderungen. Sie schaffen eine sichere und ergonomische Arbeitsumgebung.
Gesetzliche Grundlagen in Deutschland
Die zentralen Regelwerke in Deutschland sind die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR A3.4). Sie bilden das Fundament für alle Anforderungen an die Beleuchtung. Die ArbStättV legt die allgemeinen Schutzziele fest. Die ASR A3.4 untermauert diese Ziele mit konkreten Werten und Maßnahmen.
Diese Vorschriften definieren exakte Kennzahlen, damit die Beleuchtung zur jeweiligen Tätigkeit passt. Für typische Bildschirmarbeitsplätze muss die Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche mindestens 500 Lux betragen. Im direkten Umfeld reichen 300 Lux. Bei anspruchsvollen Sehaufgaben wie technischen Zeichnungen steigen die Anforderungen auf 750 bis 1.000 Lux. Mehr Details zu den Vorschriften für Beleuchtung am Arbeitsplatz findest du hier bei LED2WORK.
Kernanforderungen auf einen Blick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen. Diese Werte sind entscheidend, wenn du die Beleuchtung an deinem Arbeitsplatz beurteilen willst. Es geht nicht nur um Helligkeit. Die Gleichmäßigkeit, die Vermeidung von Blendung und eine gute Farbwiedergabe sind für deinen Sehkomfort und deine Leistung ebenso wichtig.
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Grenz- und Richtwerte gemäß ASR A3.4 für typische Büroarbeitsplätze. Sie hilft dir, die technischen Begriffe schnell einzuordnen.
| Anforderung | Vorgabe für Büro- & Bildschirmarbeit | Bedeutung für dich |
|---|---|---|
| Beleuchtungsstärke | Mindestens 500 Lux auf der Arbeitsfläche | Sorgt für ausreichend Helligkeit, damit du Details auf dem Bildschirm und Dokumenten mühelos erkennst. |
| Blendungsbegrenzung (UGR) | UGR-Wert ≤ 19 | Verhindert störende Reflexionen und direktes Blenden durch Lampen. Das reduziert Kopfschmerzen und müde Augen. |
| Farbwiedergabeindex (Ra) | Ra ≥ 80 | Stellt sicher, dass Farben natürlich und unverfälscht aussehen. Wichtig bei der Beurteilung von Grafiken oder Designs. |
| Gleichmäßigkeit | Mindestens 0,6 (E_min / E_mittel) | Garantiert eine ausgewogene Lichtverteilung ohne starke Hell-Dunkel-Kontraste, was deine Augen spürbar entlastet. |
Diese Werte sind die Messlatte für eine gute Arbeitsplatzbeleuchtung. Sie helfen, eine Umgebung zu schaffen, in der du dich konzentrieren kannst, ohne deine Augen unnötig zu strapazieren.
Die wichtigsten Regelwerke und Normen im Überblick
Die Vorschriften zur Beleuchtung am Arbeitsplatz können komplex wirken. Das System dahinter ist aber logisch. Das Ziel ist immer, deine Gesundheit zu schützen und dir beste Bedingungen für konzentriertes Arbeiten zu schaffen.
Drei Regelwerke sind entscheidend: die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR A3.4) und die europäische Norm DIN EN 12464-1. Sie greifen wie Zahnräder ineinander. Die ArbStättV gibt die Richtung vor, während ASR und DIN-Norm die technischen Details festlegen. Wenn du ihre Rollen verstehst, wird klar, worauf es bei deinem Arbeitslicht ankommt.
Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) – das Fundament
Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) ist das Grundgesetz für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Sie legt übergeordnete Ziele fest. Im Anhang unter Punkt 3.4 steht die zentrale Forderung: Arbeitsplätze müssen so viel Tageslicht wie möglich bekommen und zusätzlich mit einer passenden künstlichen Beleuchtung ausgestattet sein.
Was „ausreichend“ oder „passend“ in Zahlen bedeutet, lässt die ArbStättV offen. Sie sagt, dass die Beleuchtung sicher und gesund sein muss, ist Pflicht. Wie das im Detail auszusehen hat, überlässt sie den spezialisierten Regelwerken. Die ArbStättV legt die allgemeinen Rechte und Pflichten fest, ohne jedes Detail selbst zu regeln.
Die ASR A3.4 – die konkrete Anleitung für Deutschland
Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 „Beleuchtung“ ist die praktische Umsetzung der ArbStättV für Deutschland. Sie ist die wichtigste Anleitung für Arbeitgeber und enthält verbindliche Vorgaben. Hält sich ein Unternehmen an die ASR A3.4, ist es rechtlich auf der sicheren Seite.
Die ASR A3.4 liefert klare Zahlen und Fakten. Sie definiert genaue Gütekriterien für gutes Licht:
- Mindestbeleuchtungsstärken: Für einen Büroarbeitsplatz sind mindestens 500 Lux auf der Tischfläche vorgeschrieben.
- Blendungsbegrenzung: Der UGR-Wert am Arbeitsplatz darf 19 nicht überschreiten, damit Reflexionen auf dem Bildschirm nicht stören.
- Farbwiedergabe: Der Farbwiedergabeindex (Ra) muss bei mindestens 80 liegen, damit Farben nicht verfälscht wirken.
- Tageslicht first: Die ASR betont, dass Tageslicht Vorrang hat. Eine gute Versorgung und eine Sichtverbindung nach draußen sind klare Forderungen.
Diese Regel macht die abstrakten Ziele der ArbStättV messbar und greifbar. Sie ist das entscheidende Dokument für die praktische Umsetzung der Beleuchtung am Arbeitsplatz Vorschriften.
Die DIN EN 12464-1 – der europäische Standard
Die DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ ist eine europaweite Norm. Sie beschreibt den aktuellen Stand der Technik für die professionelle Lichtplanung. Ihre Empfehlungen sind oft detaillierter als die der ASR A3.4. Sie gibt zum Beispiel auch Hinweise zur richtigen Beleuchtung von Decken und Wänden, um eine angenehme Lichtstimmung zu schaffen.
Obwohl in Deutschland die ASR A3.4 rechtlich den Ton angibt, orientiert sie sich stark an dieser DIN-Norm. Viele Grenzwerte sind identisch. Für Lichtplaner, Architekten und Leuchtenhersteller ist die DIN EN 12464-1 die Grundlage, um hochwertige Lichtlösungen zu entwickeln.
Zusammengefasst: Die ArbStättV fordert gutes Licht. Die ASR A3.4 legt die Mindeststandards für Deutschland fest. Die DIN EN 12464-1 zeigt die optimale Umsetzung nach europäischem Stand der Technik.
Erst das Tageslicht, dann die Technik
Die Vorschriften zur Beleuchtung am Arbeitsplatz priorisieren Tageslicht. Es ist die primäre Lichtquelle für jeden Arbeitsplatz. Natürliches Licht ist entscheidend für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Tageslicht hat eine dynamische Qualität. Die sich ändernde Intensität und Farbtemperatur synchronisieren unsere innere Uhr, den zirkadianen Rhythmus. Dieser Rhythmus steuert wichtige Körperfunktionen wie den Schlaf-Wach-Zyklus, die Hormonproduktion und die Konzentration.
Eine gute Tageslichtversorgung hilft, diesen Takt zu halten. Dadurch fühlen wir uns tagsüber wacher und schlafen nachts besser. Fehlt diese natürliche Lichtstimulation, kann der Rhythmus gestört werden. Das führt zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und geringerer Produktivität.
Warum die ASR A3.4 so viel Wert auf Tageslicht legt
Die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR A3.4) formuliert konkrete Anforderungen. Sie stellt sicher, dass Tageslicht effektiv genutzt wird. Künstliches Licht soll nur zum Einsatz kommen, wenn das natürliche Licht nicht ausreicht.
Diese Priorisierung ist ein Kernstück der deutschen Vorschriften. Arbeitsräume müssen entweder einen Tageslichtquotienten von über 2 % am Arbeitsplatz erreichen oder ein Verhältnis von Fensterfläche zu Raumgrundfläche von mindestens 1:10 aufweisen. Plätze in Fensternähe sind zu bevorzugen, denn sie gewährleisten eine freie Sicht nach draußen. Studien belegen, dass Tageslicht Müdigkeit reduzieren und die Produktivität um bis zu 15–20 % steigern kann. Mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe erfahren Sie bei der BAuA.
Diese Vorgaben verfolgen zwei Ziele:
- Gesundheitsschutz: Der Blick nach draußen ist psychologisch wichtig. Er entspannt die Augen beim Blick in die Ferne und mindert das Gefühl, eingesperrt zu sein.
- Visuelle Ergonomie: Ausreichend Tageslicht sorgt für eine hohe Beleuchtungsstärke und exzellente Farbwiedergabe. Das verbessert die Sehleistung und entlastet die Augen.
So richtest du deinen Arbeitsplatz optimal aus
Die richtige Positionierung deines Arbeitsplatzes ist wichtig, um maximal vom Tageslicht zu profitieren. Die Ausrichtung von Schreibtisch und Bildschirm ist entscheidend. Die beste Position für deinen Schreibtisch ist seitlich zum Fenster. So fällt das Licht von der Seite auf deine Arbeitsfläche. Du vermeidest Blendung und Reflexionen auf dem Monitor.
Vermeide es, deinen Schreibtisch direkt vor das Fenster zu stellen. Der hohe Kontrast zwischen dem dunklen Bildschirm und dem hellen Außenbereich überfordert deine Augen. Genauso ungünstig ist es, mit dem Rücken zum Fenster zu sitzen. Dann scheint die Sonne direkt auf den Monitor und verursacht starke Blendungen.
Praktische Tipps zur Nutzung von Tageslicht
Mit einfachen Anpassungen kannst du die Tageslichtversorgung verbessern und die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.
- Schreibtisch seitlich zum Fenster positionieren: Stelle deinen Schreibtisch im 90-Grad-Winkel zur Fensterfront auf. So bekommst du optimales Seitenlicht.
- Blend- und Sonnenschutz nutzen: Verwende Jalousien, Rollos oder Plissees, um direkte Sonneneinstrahlung zu regulieren. Idealerweise lenken diese das Licht an die Decke, von wo es sich blendfrei im Raum verteilt.
- Helle Raumgestaltung bevorzugen: Helle Wände, Decken und Möbel reflektieren das Tageslicht. Das erhöht die allgemeine Helligkeit und sorgt für mehr Gleichmäßigkeit.
- Hindernisse entfernen: Achte darauf, dass keine großen Möbelstücke oder Pflanzen das Licht blockieren, das von den Fenstern in den Raum strömt.
Indem du Tageslicht bewusst in deine Arbeitsplatzgestaltung einbeziehst, schaffst du eine normgerechte, gesunde und motivierende Arbeitsumgebung.
Künstliche Beleuchtung gezielt planen und umsetzen
Wenn Tageslicht nicht ausreicht, wird künstliche Beleuchtung entscheidend für deine Produktivität. Mit einer gezielten Planung erfüllst du nicht nur die gesetzlichen Anforderungen, sondern schaffst eine Umgebung, die deine Konzentration fördert und deine Augen schont.

Die richtige künstliche Beleuchtung ist eine Mischung aus einer guten Allgemeinbeleuchtung und einer direkten Arbeitsplatzleuchte. Um diese Kombination zu optimieren, solltest du die wichtigsten lichttechnischen Kennzahlen kennen.
Die vier Säulen der Lichtplanung verstehen
Vier zentrale Kennzahlen bestimmen die Qualität deines künstlichen Lichts. Wenn du diese Werte kennst und richtig einsetzt, schaffst du eine Beleuchtung, die den Vorschriften entspricht und ergonomisch ist.
- Beleuchtungsstärke (Lux): Dieser Wert gibt an, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Er ist die wichtigste Größe, um die Helligkeit zu beurteilen.
- Farbtemperatur (Kelvin): Sie beschreibt die Lichtfarbe von warmweiß bis tageslichtweiß.
- Farbwiedergabeindex (CRI oder Ra): Der CRI gibt an, wie naturgetreu Farben unter einer Lampe aussehen.
- Blendungsbegrenzung (UGR): Das Unified Glare Rating ist ein Maß dafür, wie stark eine Leuchte blendet. Ein niedriger UGR-Wert ist bei Bildschirmarbeit wichtig.
Diese vier Faktoren spielen zusammen und beeinflussen, wie du Licht wahrnimmst und wie es auf deinen Körper wirkt.
Beleuchtungsstärke: die richtige Helligkeit für jede Aufgabe
Die wichtigste Vorgabe der Beleuchtung am Arbeitsplatz Vorschriften betrifft die Beleuchtungsstärke. Sie wird in Lux (lx) gemessen. Der nötige Wert hängt von deiner Tätigkeit ab.
Die ASR A3.4 gibt klare Mindestwerte vor. Für die meisten Büroarbeitsplätze ist ein Wert von 500 Lux direkt auf der Arbeitsfläche der Standard. Der Bereich darum sollte mit mindestens 300 Lux beleuchtet sein, um harte Kontraste zu vermeiden.
Empfohlene Beleuchtungsstärken nach Tätigkeit (ASR A3.4)
| Tätigkeitsbereich | Mindest-Beleuchtungsstärke (in Lux) | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
| Allgemeine Büroarbeit | 500 Lux | E-Mails beantworten, Texte verfassen, normale Bildschirmarbeit |
| Technisches Zeichnen | 750 Lux | Detailreiche manuelle Zeichnungen oder CAD-Arbeit mit hohem Präzisionsbedarf |
| Montage feiner Teile | 1.000 Lux | Filigrane handwerkliche Tätigkeiten, Qualitätskontrolle von Kleinteilen |
| Umgebungsbereiche | 300 Lux | Bereiche direkt um den Arbeitsplatz, um Kontraste zu minimieren |
| Verkehrswege, Flure | 100 Lux | Gänge und Bereiche ohne ständige Arbeitsplätze |
Diese Werte sind das Minimum. Je nach Sehaufgabe und individuellem Empfinden kann mehr Licht angenehmer sein.
Farbtemperatur und Farbwiedergabe: für Stimmung und Genauigkeit
Neben der Helligkeit sind auch Lichtfarbe und Farbwiedergabe entscheidend. Die Farbtemperatur, gemessen in Kelvin (K), hat einen direkten Einfluss auf deine Stimmung und Konzentration.
- Warmweiß (< 3.300 K): Schafft eine entspannte Atmosphäre. Für konzentrierte Arbeit eher ungeeignet.
- Neutralweiß (3.300–5.300 K): Gilt als sachlich und fördert die Konzentration. Ideal für die meisten Bürotätigkeiten.
- Tageslichtweiß (> 5.300 K): Wirkt stark aktivierend und kommt dem natürlichen Tageslicht am nächsten. Perfekt für aufmerksamkeitsintensive Aufgaben.
Der Farbwiedergabeindex (CRI oder Ra) muss laut Vorschrift mindestens Ra 80 betragen. Das sorgt dafür, dass Farben natürlich aussehen. Wenn du als Grafiker oder Designer arbeitest, solltest du auf einen Wert von Ra 90 oder höher achten.
Eine gute Beleuchtung ist eine, die du kaum bemerkst. Sie sollte sich natürlich anfühlen und dich bei deiner Arbeit unterstützen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du das richtige Licht am Arbeitsplatz für eine optimale Beleuchtung gegen Müdigkeit findest, lies unseren ausführlichen Ratgeber.
Pflichten des Arbeitgebers und deine Rechte im Homeoffice
Die Verantwortung für eine vorschriftsgemäße Beleuchtung liegt beim Arbeitgeber. Das ist ein Kernstück seiner gesetzlichen Fürsorgepflicht nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Unternehmen sind verpflichtet, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter aktiv zu schützen. Richtiges Licht spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Wie der Arbeitgeber für das richtige Licht sorgt
Alles beginnt mit einer Gefährdungsbeurteilung. Der Arbeitgeber muss systematisch prüfen, ob die Beleuchtung an allen Arbeitsplätzen den Vorgaben der ASR A3.4 entspricht. Gibt es Risiken für die Augen? Besteht Stolpergefahr? Werden Mängel aufgedeckt, muss er handeln.
Diese Pflicht ist wichtig. Passiert wegen schlechter Beleuchtung ein Unfall, kann das für das Unternehmen teuer werden. Es drohen Bußgelder oder strafrechtliche Konsequenzen. Auch Berufsgenossenschaften schauen genau hin.
Was gilt im Homeoffice?
Die Verantwortung des Arbeitgebers endet nicht an der Bürotür. Auch im heimischen Arbeitszimmer müssen die Bedingungen stimmen. Das gilt besonders für fest eingerichtete Telearbeitsplätze.
Für dein Homeoffice muss ebenfalls eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Das geschieht oft über Checklisten, Fragebögen oder Fotos. Der Arbeitgeber muss dich dabei unterstützen, deinen Arbeitsplatz sicher und gesund zu gestalten. Die Beleuchtung ist dabei ein wichtiger Punkt.
Du hast zu Hause Freiheiten bei der Einrichtung, aber die Schutzziele des Arbeitsschutzgesetzes gelten trotzdem. Dein Arbeitgeber steht in der Pflicht, dich über die Anforderungen aufzuklären und zu helfen.
Gleichzeitig hast du als Arbeitnehmer eine Mitwirkungspflicht. Du musst die bereitgestellten Informationen anwenden und deinen Arbeitgeber auf Probleme hinweisen. Wenn das Licht nicht ausreicht, sprich das bei deinem Vorgesetzten an.
Konkrete Anforderungen und Unterstützung
Für deinen heimischen Arbeitsplatz gelten die bekannten Gütemerkmale für gutes Licht. Eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux auf dem Schreibtisch ist ein solider Richtwert. Genauso wichtig ist es, Blendung zu vermeiden und für eine gleichmäßige Ausleuchtung zu sorgen.
Die Unterstützung durch den Arbeitgeber kann unterschiedlich aussehen:
- Beratung: Viele Unternehmen stellen Leitfäden zur Verfügung.
- Finanzielle Zuschüsse: Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten für eine gute Schreibtischlampe.
- Bereitstellung von Equipment: In einigen Fällen stellt der Arbeitgeber die passende Beleuchtung.
Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz ist die Basis für gesundes Arbeiten. In unserem Ratgeber findest du Tipps, wie du deinen Homeoffice-Arbeitsplatz richtig einrichten kannst.
Die richtige Beleuchtung im Homeoffice ist eine geteilte Verantwortung. Der Arbeitgeber schafft den Rahmen, du sorgst für die Umsetzung vor Ort. Wenn du dich für verschiedene Arbeitsmodelle interessierst, schau in unserem Guide zu Remote Work vorbei. Offene Kommunikation ist der beste Weg zu einer gesunden Arbeitsumgebung.
Checkliste zur Optimierung deiner Arbeitsplatzbeleuchtung
Diese Checkliste hilft dir, die Beleuchtung an deinem Arbeitsplatz systematisch zu prüfen und zu verbessern. Geh die Punkte Schritt für Schritt durch, um Schwachstellen aufzudecken. So schaffst du eine Umgebung, die den Beleuchtung am Arbeitsplatz Vorschriften entspricht und deine Konzentration fördert.

Jeder Punkt ist als einfache Frage formuliert. Eine ehrliche Antwort zeigt dir, wo du ansetzen musst.
Teil 1: Die Tageslichtnutzung bewerten
Die richtige Nutzung von Tageslicht ist der erste und wichtigste Schritt.
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Frage 1: Ist dein Schreibtisch seitlich zum Fenster ausgerichtet? Dein Schreibtisch sollte im 90-Grad-Winkel zum Fenster stehen. So vermeidest du Blendung und Reflexionen auf dem Bildschirm. Was tun? Falls nicht, rücke deinen Schreibtisch um. Eine kleine Veränderung kann die Blendung reduzieren.
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Frage 2: Hast du eine freie Sicht nach draußen? Die Vorschriften fordern eine Sichtverbindung nach außen. Sie entspannt die Augen. Was tun? Entferne alles, was die Sicht blockiert. Hohe Schränke oder große Pflanzen gehören nicht direkt ans Fenster.
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Frage 3: Kannst du direkte Sonneneinstrahlung kontrollieren? Direkte Sonne blendet und erzeugt harte Kontraste. Ein effektiver Sonnenschutz ist ein Muss. Was tun? Nutze Jalousien, Plissees oder Rollos. Lenke das Licht am besten an die Decke, von wo es sich indirekt im Raum verteilt.
Teil 2: Die künstliche Beleuchtung prüfen
Wenn das Tageslicht nicht ausreicht, muss die künstliche Beleuchtung übernehmen. Eine gute Beleuchtung besteht aus drei Komponenten: einer gleichmäßigen Grundbeleuchtung, einer flexiblen Arbeitsplatzleuchte und bei Bedarf einer Akzentbeleuchtung.
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Frage 4: Gibt es störende Blendungen oder Reflexionen auf deinem Bildschirm? Setz dich in deine normale Arbeitsposition und schau auf deinen Monitor. Siehst du Spiegelungen? Direkte Blendung ist ein Hauptgrund für müde Augen. Was tun? Positioniere Leuchten anders oder nutze Lampen mit einem niedrigen UGR-Wert (UGR ≤ 19). Oft hilft es, den Bildschirm leicht nach unten zu neigen.
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Frage 5: Wirft deine Hand oder dein Körper Schatten auf deine Arbeitsfläche? Schatten beim Schreiben zwingen deine Augen zur ständigen Anpassung. Das macht müde. Was tun? Platziere deine Schreibtischlampe so, dass das Licht von der Seite kommt. Für Rechtshänder bedeutet das Licht von links. Für Linkshänder Licht von rechts. In unserem Ratgeber erfährst du mehr darüber, wie du die richtige Schreibtischlampe findest und optimal einsetzt.
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Frage 6: Ist die Beleuchtung auf deiner Arbeitsfläche gleichmäßig? Starke Hell-Dunkel-Kontraste sind anstrengend für die Augen. Dein Arbeitsbereich sollte homogen ausgeleuchtet sein. Was tun? Kombiniere eine zentrale Deckenleuchte für die Grundhelligkeit mit einer flexiblen Schreibtischlampe für gezieltes Licht.
Teil 3: Die Lichtqualität kontrollieren
Nicht nur Helligkeit zählt, auch die Lichtqualität ist entscheidend für deinen Sehkomfort.
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Frage 7: Flimmert dein Licht oder wirkt es unruhig? Flimmerndes Licht kann Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme auslösen. Was tun? Investiere in hochwertige, flimmerfreie LED-Leuchtmittel. Alte Leuchtstoffröhren sollten ausgetauscht werden.
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Frage 8: Wirken die Farben unter deinem Kunstlicht natürlich? Ein niedriger Farbwiedergabeindex (CRI) lässt Farben fahl aussehen. Die Vorschriften fordern mindestens Ra 80. Was tun? Achte beim Kauf auf einen CRI-Wert von 80 oder besser. Wenn du kreativ arbeitest, sind Ra 90 Pflicht.
Häufig gestellte Fragen rund ums Licht am Arbeitsplatz
Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Beleuchtungsvorschriften.
Welche Lux-Zahl ist für einen Büroarbeitsplatz Pflicht?
Für einen Bildschirmarbeitsplatz sehen die Vorschriften mindestens 500 Lux vor. Dieser Wert gilt direkt auf der Arbeitsfläche. Für den Bereich um deinen Schreibtisch herum sind mindestens 300 Lux gefordert. Das sorgt für weiche Übergänge und entlastet deine Augen.
Gilt die Arbeitsstättenverordnung auch im Homeoffice?
Ja, die Schutzziele des Arbeitsschutzgesetzes und der Arbeitsstättenverordnung gelten auch für das Homeoffice. Das trifft besonders auf fest eingerichtete Telearbeitsplätze zu. Dein Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht und muss sicherstellen, dass dein Arbeitsplatz die ergonomischen Mindestanforderungen erfüllt.
Wer ist für die korrekte Beleuchtung im Homeoffice verantwortlich?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Verantwortung. Der Arbeitgeber muss dich aufklären und beraten. Du als Arbeitnehmer hast eine Mitwirkungspflicht und bist für die Umsetzung der Maßnahmen an deinem Arbeitsplatz zuständig.
Was bedeutet der UGR-Wert und warum ist er wichtig?
Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) gibt an, wie stark eine Leuchte blendet. Je niedriger der Wert, desto angenehmer das Licht. Für Bildschirmarbeitsplätze ist ein UGR-Wert von ≤ 19 vorgeschrieben. Dieser Wert vermeidet Spiegelungen und direkte Blendung.
Muss ich Tageslicht am Arbeitsplatz haben?
Ja. Die Vorschriften geben dem Tageslicht die höchste Priorität. Die ASR A3.4 fordert eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht und eine Sichtverbindung nach draußen. Künstliches Licht ist als Ergänzung gedacht.
Reicht eine Deckenleuchte für meinen Arbeitsplatz aus?
In den meisten Fällen nicht. Eine einzelne Deckenleuchte schafft selten die geforderten 500 Lux blendfrei auf der Tischfläche. Die ideale Lösung ist eine Kombination aus guter Allgemeinbeleuchtung durch eine Deckenleuchte und einer flexiblen Schreibtischleuchte.
Welche Farbtemperatur ist für das Büro am besten geeignet?
Für konzentriertes Arbeiten hat sich Neutralweiß (um 4.000 Kelvin) bewährt. Diese Lichtfarbe fördert die Aufmerksamkeit, ohne kalt zu wirken. Warmweißes Licht (< 3.300 K) wirkt entspannend, tageslichtweißes Licht (> 5.300 K) aktiviert stark.
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